01.11.2015

Warum die AppleWatch letztlich doch gut finde

Lange habe ich mich gewehrt. Eine AppleWatch? Viel zu teuer. Abzocke. Und dann noch nichtmal genug Strom, um den ganzen Tag die Uhrzeit anzuzeigen. Und am Nachmittag werde ich dann gar nix mehr machen können, weil der Akku leer ist.

Passend zu diesen Gedanken kam gerade die neue Pebble Time Steel heraus. e-Ink-Display, 7 Tage Akku-Laufzeit. Kann alle Messages anzeigen, die ich auf meinem iPhone auch als Push-Messages aktiviert habe. Und schließlich dient sie ohnehin nur als Second-Screen. Und sie ist mit 265 Euro deutlich günstiger als die AppleWatch.

In der vergangenen Woche habe ich meine Pebble verkauft und bin nun ziemlich genau seit einer Woche mit einer Apple Watch unterwegs. Mehr als Messages anzeigen kann die Pebble halt wirklich nicht. Leider. Das Design fand ich okay. Sie war recht unauffällig, aber nicht elegant. Aber irgendwie flashte sie mich nicht.


Nach einer Woche mit der AppleWatch möchte ich ein kurzes Resümee ziehen. In dieser Woche war ich auf Geschäftsreise, habe mich mit ihr durch fremde Städte lotsen lassen, habe sie dreimal kurz zum telefonieren genutzt und mich an Termine erinnern lassen. Um iMessages zu beantworten habe ich Siri auf die Probe gestellt. Beim Kochen habe ich den Kurzzeit-Timer über Siri genutzt und mich unterwegs mit der Uhr wecken lassen. Am Wochenende habe ich die Workout-App bei einer längeren Radtour genutzt. Mit der Swarm-App habe ich mich hier und da mal in Locations eingebucht. Ich würde also alles in allem von einer recht intensiven Nutzung sprechen.

Das Wichtigste zuerst: Auch an Tagen intensiver Nutzung zeigte mein Akku als ich ins Bett ging immer noch mindestens 35% Leistung an. Zum Lesen längerer Texte oder eMails nutze ich allerdings auch das iPhone. Dafür ist mir die Uhr zu klein. Meine größte Sorge war somit schonmal aus dem Weg geräumt.

Etwas albern fand ich in der Werbung die Aussage, man solle die Uhr doch als Fußgänger zum Navigieren nutzen. Tja nun. Ich habe es probiert als ich in Basel unterwegs war und mich am Ende des Tages wieder zu meinem Auto navigieren zu lassen. Über das iPhone

habe ich mir in der Karten-App eine Wegmarke gesetzt. Auf dem Rückweg habe ich auf dem iPhone die Navigation gestartet und das Smartphone in die Tasche gesteckt. Auf der Watch wurde nun automatisch die Navigation fortgesetzt. An Abbiegungen vibrierte die Uhr und ein kurzer Blick zeigte mir, wohin ich musste. Sehr schön. Es hat perfekt funktioniert.

Zwischendurch vibrierte mein iPhone und ich bekam den ein oder anderen Anruf. Auf der Watch konnte ich sofort sehen wer anruft und habe einige Male das Smartphone genutzt. Dreimal habe ich das Gespräch aber auch direkt über die Uhr geführt. Ich dachte zunächst, das wirkt für Außenstehende etwas merkwürdig. Aber seit es Selfie-Sticks gibt, ist die Toleranz-Schwelle möglicherweise auch gestiegen. Zudem ist der Lautsprecher der Uhr auch nicht unangenehm laut. Für lange Gespräche in lauter Umgebung nutzt man wohl eher direkt das Smartphone. Die Gesprächsqualität ist jedenfalls gut. Ich habe es zu Hause nochmals ausführlich getestet.

Meine Termine wurden mir immer rechtzeitig auf die Uhr gespielt. Inklusive einer Zeitberechnung für den Weg. Angezeigt wurde dann sinngemäß: "Dein Termin findet um 10 Uhr statt. Die Verkehrslage ich normal. Du solltest spätestens um 9.40 Uhr losfahren, um pünktlich zu kommen." Donnerwetter. :) Vermutlich wird auch noch angezeigt, dass man den Regenschirm nicht vergessen soll, wenn es regnet. ;)

Sobald man die Uhr anhebt und in Blickrichtung kippt, schaltet sich das Display an. Ich hatte die Befürchtung, dass ich merkwürdige Verrenkungen machen muss, um das Display zu aktivieren. Das ist aber nicht so. Auch durch Tippen auf die Uhr kann man die AppleWatch aktivieren. Dann bleibt sie - je nach Einstellung - bis zu 70 Sekunden aktiviert. Sobald das Display an ist, kann man Siri mit "Hey Siri" aktivieren. Beim Kochen war das ganz praktisch: "Hey Siri - Timer 25 Minuten" und schon lief der Kurzzeittimer.

Die Timer-Funktion 

Diese Funktion habe ich schon beim iPhone regelmäßig genutzt. Nun ist es noch etwas einfacher geworden.

Wenn man die Uhr beim Laden auf die Seite legt, wird automatisch eine Wecker-Funktion aktiviert. Die Uhr leuchtet dann wie ein Radiowecker und wird durch leichtes Antippen aktiviert. Sehr sehr stylisch aus. Wird der Wecker auf dem iPhone gestellt, wird die Weckzeit automatisch auf die Uhr gespiegelt. Man kann aber auch beides unabhängig voneinander betreiben.

Der Wecker

Apple hat der Watch eine eigene Workout-App spendiert. Alle erfassten Daten werden nach dem Workout an die AppleHealth App übertragen. Während des Workouts wird immer wieder automatisch der Puls gemessen. Zum Abschluss sieht man dann eine schöne Zusammenfassung der sportlichen Aktivitäten.

Die Pulsmessung erfolgt im Hintergrund

Zusammenfassung nach dem Workout



Zusammenfassung in der Health-App
Zusammenfassung in der Health-App


In der Watch-App werden die sowohl die einzelnen Tages-Bewegungs-Ziele als auch das einzelne Workout dargestellt:




Bisher bin ich schwer begeistert. Vermutlich auch, weil meine Erwartungen eher überschaubar waren. ;)