07.06.2016

Man müsste mal wieder was bloggen

Fast habe ich ein schlechtes Gewissen wenn ich sehe, wann ich zuletzt ein Blog-Beitrag in meinem Hauptblog verfasst habe. Grund sind zwei weitere Blogs die ich derzeit befülle.

Die Hauptzeit nimmt mein Abnehm-Blog minus35.de in Anspruch. Im November letzten Jahres war meine Unzufriedenheit so stark gewachsen, dass ich dringend abnehmen musste. Inzwischen sind 26 kg runter. 16 kg habe ich noch vor mir. Aber die Zufriedenheit ist auch jetzt schon deutlich größer. Vor allem bin ich stolz, so konsequent durchgehalten zu haben.

Der andere Blog ist mein Haus/Umbau-Blog. Dieser ist allerdings privat. Mein Freund und ich haben ein Haus aus dem Familienbesitz übernommen. Das Haus ist auch den 60er Jahren. Wir bauen nun an, um mehr Platz zu gewinnen. Gleichzeitig sanieren wir das Haus energetisch. Spätestens wenn wir das Thema Heimautomatisierung angehen, werde ich hierüber auch öffentlich bloggen. Ist vermutlich für den ein oder anderen ganz interessant. 

02.12.2015

HelloFresh oder Kochzauber?

HelloFresh, Kochzauber und Kochbox heissen die großen zwei Versender von Koch-Boxen über das Internet. Gerade HelloFresh drängt derzeit recht aggressiv in den deutschen Markt und versucht Marktanteile zu erlangen.


HelloFresh gehört zu den Startups, die von der Rocket Internet Gruppe finanziert werden. 2015 hat Rocket Internet 75 Millionen Euro in HelloFresh investiert und taxiert das Unternehmen derzeit auf 2,6 Milliarden Euro. Ein Startup ist HelloFresh längst nicht mehr. Auch wenn das Unternehmen im Internet gerne den Eindruck erwecken möchte. 2014 hat HelloFresh einen Nettoumsatz von 70 Mio. Euro erwirtschaftet und ist im Vergleich zum Vorjahr um 392% gewachsen. Der Investor erwartet ein vergleichbares Wachstum auch für 2015. Pro Monat liefert HelloFresh 4 Millionen Mahlzeiten aus.



HelloFresh habe ich 7 Wochen lang genutzt und kann inzwischen die Qualität, die Frische und den Kundenservice gut einschätzen.

Kochzauber habe ich leider zu spät entdeckt. Kochzauber gehört zu MyToys. Dieses Unternehmen gehört wiederum zur Otto-Gruppe. Kochzauber sitzt ebenfalls in Berlin und hat das gleiche Konzept wie HelloFresh: Standard-Boxen enthalten Zutaten für 3 Mahlzeiten für jeweils 2 Personen. Geliefert werden Fleisch, Gemüse, Beilagen, Gewürze. Eben alles, was man zum Kochen benötigt. Lediglich Standardprodukte wie Salz, Pfeffer, Mehl, Eier, Öl sollte man zu Hause haben. Der Preis pro Woche / Box liegt bei 39,00 Euro.



Kochbox ist nun wohl der aggressiven Werbestrategie von HelloFresh zum Opfer gefallen. Auf gruenderszene.de ist zu lesen, dass das operative Geschäft Ende des Jahres 2016 eingestellt wird.

Eigentlich bin ich gerade erst zu Kochzauber gewechselt, da ich mit der Qualität von HelloFresh unzufrieden war. Von insgesamt 7 Boxen musste ich drei Boxen bemängeln. Zum Teil waren die mitgelieferten Kräuter verwelkt, das Fleisch nur noch kurz haltbar, die Umverpackungen schon geöffnet oder beschädigt. HelloFresh erstattete hier jeweils aus Kulanz 3,00 Euro. Grundsätzlich soweit okay. Dennoch ärgerlich, wenn man dann doch nicht alles zum Kochen zu Hause hat, was man benötigt.

Grund meiner Kündigung war eine Lieferung, die ich am 24. November 2015 erhielt. Neben den welken Kräutern, an die ich mich schon fast gewöhnt hatte ;) , lag ein Mozzarella in der Box, der seit 24 Tagen (!) abgelaufen war. Bemerkt habe ich es erst beim Schneiden, nachdem mir der ranzige Geruch in die Nase stieg. Nun reichte es mir. Ich schrieb HelloFresh an, bat um Stellungnahme und hatte eigentlich erwartet, dass ich diese Box mit welken Kräutern und verdorbenem Mozzarella zumindest nicht berechnet bekomme. HelloFresh teilte mir sinngemäß mit: „Das kann halt mal passieren. Wir schreiben Ihnen 10 Euro gut.“ Gleichzeitig belehrte mich der Mitarbeiter: „Ihr Fall hat nicht die Tragweite, um einen meiner Vorgesetzten zu informieren. Mehr als 10 Euro kann ich Ihnen nicht anbieten.“



Nun fühlte ich mich ein wenig verschaukelt. Denn für 39,00 Euro pro Woche kann ich einerseits perfekte Ware erwarten, andererseits unterscheide ich durchaus zwischen welken Kräutern und einem seit mehr als drei Wochen abgelaufenen, ranzigen Mozzarella. Sowas darf halt nicht passieren. Und wenn es dennoch geschieht, erwarte ich eine großzügige, kulante Lösung. Vor allem aber möchte ich das Gefühl haben, dass das Unternehmen diesem Problem nachgeht, und mögliche Fehlerquellen in der Lieferkette eliminiert.

Letztlich habe ich an diesem Tag aus Verärgerung mein Abo bei HelloFresh gekündigt und darum gebeten, mir keine weiteren Boxen zuzustellen. Dies war an einem Donnerstag. Die Boxen werden jeweils Dienstags zugestellt. Daher wäre ausreichend Zeit gewesen, den UPS Versand zu stoppen. Der Mitarbeiter schrieb nun zurück, dass ich mich an die Kündigungsfrist zu halten habe, und man die Box zustellen würde. Schließlich gäbe es 
AGB´s. Ich gebe zu, ich war inzwischen wirklich sehr verärgert und schrieb zurück, dass ich keine weitere Box annehmen würde. Gleichzeitig entzog ich meine Einzugsermächtigung.

Es geschah, was geschehen musste: Am 01. Dezember wollte UPS die HelloFresh Box zustellen. Ich verweigerte die Annahme, die Box ging zurück. Am 02. Dezember teilte mir HelloFresh nun mit, dass die Box nicht zurückgenommen würde und es nun eine offene Forderung gäbe. Ich widersprach schriftlich…. Wie es nun weitergeht, ist relativ klar.

Natürlich bin ich nun auch ein wenig stur.  ;)  Aber ich fühlte mich um mein Geld und die Frische betrogen. Da kann man auch mal stur sein. :) Das Thema HelloFresh ist für mich jedenfalls Geschichte. Kochzauber möchte ich nun zumindest noch in den kommenden Wochen weiter nutzen...

Nachtrag:

Mein Freund erhielt vor drei Wochen mit seiner HelloFresh-Lieferung einen verschimmelten/verfaulten Brokkoli-Strauß. Offensichtlich hat das Ausliefern nicht mehr ganz frischer Lebensmittel System.




Heute habe ich mich mit dem Lebensmittelaufsichtsamt in Berlin in Verbindung gesetzt und diese Fälle gemeldet. Ich habe den Eindruck, dass eine Kontrolle vor Ort nicht verkehrt wäre.

Nachtrag Es gibt gute Nachrichten zum Thema 'Kochzauber'. Die Supermarktkette Lidl übernimmt das Berliner Startup vollständig. Auf gruenderszene.de ist zu lesen, dass das Geschäft weiter geht und 2016 weiter ausgebaut wird. Kochzauber beschäftigt 14 Mitarbeiter. 
Hier geht es zur Meldung: Lidl rettet Kochzauber.

Nachtrag und Abschluss


Meine Erwartungen waren nicht allzu groß, als ich den HelloFresh-Fall bei der Berliner Lebensmittelaufsicht gemeldet habe. Meine Hoffnung war dennoch, dass es zumindest irgendwann mal eine Prüfung gibt.





Umso überraschter war ich, als ich heute einen Anruf von einem Lebensmittelkontrolleur erhielt, der heute bei HelloFresh in Berlin vor Ort war. Er hat mit einer der Geschäftsführerinnen und dem Hausjustiziar sprechen können und hat beide mit meiner Beschwerde und den Fotos konfrontiert. Die Geschäftsführerin äußerte sich dahingehend, dass ihr mein Fall und mein Name bekannt seien. Am Berliner Standort gäbe es allerdings nur die Verwaltung. Die Auslieferungen und die Kommissionierung der Ware erfolgt durch Subunternehmer. In diesem Fall wurde die Ware aus Bielefeld verschickt.


HelloFresh hat laut Aussagen der Lebensmittelaufsicht nun eine Frist erhalten, in der schriftlich dargelegt werden muss, nach welchen Standards Qualitätskontrollen erfolgen. Außerdem wurden wohl die zuständigen Kollegen der Lebensmittelaufsicht in Bielefeld informiert, um sich vor Ort selber ein Bild zu machen. 


Zwei Stunden nach diesem Telefonat erhielt ich eine eMail von HelloFresh mit folgendem Wortlaut:

-----
Sehr geehrter Herr Hüsgen,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

In unserem längeren Schriftverkehr hatte ich Ihnen mehrfach mitgeteilt, dass eine Kündigung nach Mittwoch nicht mehr zur nächsten, sondern erst zur übernächsten Woche wirksam wird. Auch hatte ich Sie darauf hingewiesen, dass eine Annahmeverweigerung dazu führt, dass Ihre Box einer wohltätigen Einrichtung gespendet wird, die Forderung gegen Sie aber bestehen bleibt.

Nach eingehender Beratung mit allen meinen Vorgesetzten haben wir uns nun dazu entschieden, den Fall gütlich beizulegen und Ihnen ausnahmsweise als absolute Kulanzreglung den Preis dieser Box nicht zu berechnen. Wir werden stattdessen den offenen Betrag einfach ausbuchen. Sollten Sie in der Zwischenzeit eine Zahlungserinnerung per E-Mail erhalten, so betrachten Sie diese bitte als gegenstandslos.

Sollten Sie weitere Anliegen oder Fragen haben, können Sie sich jederzeit an mich persönlich oder an einen meiner Kollegen im HelloFresh Kundenservice wenden, oder Sie besuchen unser HelpCenter .

Herzliche Grüße
-----
Ich lasse diese Mail einmal umkommentiert stehen. Für mich ist das Kapitel hiermit abgeschlossen. 


08.11.2015

Ich bin momentan fassungslos




Ich bin momentan fassungslos wenn ich sehe wie Fremdenhass, Intoleranz und Vorurteile offensichtlich eine immer breitere Akzeptanz in der Mitte unserer Gesellschaft finden. Es macht mir Angst wenn ich sehe, dass rechte Demonstrationen wöchentlich mehr Zulauf finden und die Menschen die an diesen Demonstrationen teilnehmen immer weiter in eine Spirale aus Angst, Hass und Gewalt geraten.


Auch wenn ich es als Kind oder Jugendlicher nicht wirklich bewußt wahrgenommen habe, haben meine Eltern mir wichtige Werte und Moralvorstellungen vermittelt. Dazu gehört eine ordentliche Portion Toleranz gegenüber anderen Menschen und Wertesystemen, ein freier Geist, das dringende Bedürfnis hat immer wieder über den Tellerrand hinaus zu schauen, die Fähigkeit mich in andere Menschen hineinzuversetzen und mein Interesse für politische Zusammenhänge.


Aufgewachsen bin ich in Büttgen, einem kleinen, beschaulichen Dorf in der Nähe von Neuss. Schon in den 80iger Jahren, als die erste große Flüchtlingswelle über uns hereinbrach, wurden in unserem Dorf Container aufgebaut, in denen die damaligen Flüchtlinge unterkamen. Auch damals gab es -so erinnere ich mich- durchaus Sorgen und Ängste. Letztlich blieb davon nicht viel übrig. Die Flüchtlinge waren froh und dankbar mit ihrem Leben davongekommen zu sein. Die Anwohner arrangierten sich. Irgendwann gingen viele der geflüchteten Menschen wieder in ihre Heimat zurück, um dort Aufbauarbeit zu leisten. Einige blieben bei uns und nutzten die Chance auf einen neuen Start bei uns in Deutschland.


Was derzeit in Dresden und in großen Teilen Sachsens geschieht macht mich traurig und wütend. Soviel dumpfe Ignoranz ist für mich schwer ertragbar. Was muss im Leben eines Menschen schief laufen, wenn er den aufpeitschenden, manipulativen, stimmungsmachenden Brandstiftern Woche für Woche hinterherläuft? Gerade hier in Deutschland sollte doch eine besondere Sensibilität gegenüber stark nationalistischen Tendenzen bestehen!

Ich lebe inzwischen mitten im Ruhrgebiet. Einem Schmelztiegel verschiedener Kulturen und Nationalitäten. Hier fühle ich mich sehr wohl. Genau gegenüber meiner Wohnung steht eine evangelische Kirche, in der nun auch bis zu 50 Flüchtlinge untergebracht werden. 


Die Bedingungen sind für die Flüchtlinge nicht ideal. Die Stadt Oberhausen und die Kirchengemeinde möchten aber den Menschen im Winter ein festes Dach über dem Kopf ermöglichen. 


Ich finde, es kann kaum eine schönere Geste geben, als wenn unsere Kirchen ihre Tore für Flüchtlinge öffnen. Auch wenn ich bereits vor vielen Jahren aus der Kirche ausgetreten bin, fühle ich mich in meinem Werteveständnis dieser Entscheidung der Kirche verbunden. 


Auch hier in unserer direkten Nachbarschaft gibt es offen formulierte Ängste. Von der Sorge, dass die Versicherungsbeiträge steigen, bis zur Frage warum kein 24/7 Sicherheitsdienst installiert wird, weil die Kinder möglicherweise nicht mehr sicher sind. Eingeleitet werden diese Sorgen inzwischen meist mit der Aussage: "Ich habe ja wirklich nichts gegen die Flüchtlinge. Aber..... -muss das hier im Wohngebiet sein? / -müssen es denn unbedingt Moslems sein?



Ich suche das Gespräch mit diesen Nachbarn und stelle die Gegenfrage: "Was konkret ist Deine Angst?" Meist dauert es dann ein wenig bis das Gegenüber eine Antwort findet. Diese klingt dann oft so: "Das sind ja auch junge Männer die zu uns kommen. Die haben auch ihre Bedürfnisse". Oder: "Man hört ja immer wieder, dass die sich untereinander prügeln. Da sind wir dann ja auch nicht mehr sicher". Danach verweise ich darauf, dass die Gewalt bisher eigentlich ausschließlich von der aufgewiegelten Bevölkerung ausgeht, die Flüchtlingsheime abbrennt und Flüchtlinge angreift. Ein viel genanntes Argument ist auch immer, dass "wir Christen" von "den ganzen Moslems" überrannt werden. Ich möchte ja niemandem zu nahe treten. Aber wann haben diese besorgten Christen denn zuletzt eine Kirche von innen gesehen?



Ich gebe offen zu: So ganz habe ich noch immer nicht verstanden, woher die Ängste kommen. Und: Je mehr man sie hinterfragt, umso unklarer wird mir wovor diese Menschen sich sorgen.



Besinnen wir uns zurück auf unsere wirklichen Werte. Auf die Menschlichkeit. Versetzen wir uns doch einfach mal in die Lage eines Menschen der in Not ist. Gehen wir doch erst einmal davon aus, dass diese Menschen nicht kriminell sind, sondern dankbar. Gehen wir doch einfach mal davon aus, dass diese Menschen uns bereichern. Unsere Kultur beleben. Unserem Land etwas zurückgeben.



Betrachten wir realistisch, dass wir dringend Zuwanderung benötigen, um unsere Wirtschaftskraft zu erhalten. Gehen wir offen auf Flüchtlinge zu. Besuchen wir Veranstaltungen, auf denen Flüchtlinge und Anwohner zusammentreffen. 

Seid offen und ohne Vorurteile. Haltet mit Argumenten dagegen, wenn dumpfe Fremdenfeindlichkeit in Eurer direkten Umgebung aufkeimt. Gebt diesen Gedanken in Eurem direkten Umfeld keinen Raum. Niemals!

Blogger für Flüchtlinge
Spendenaktion Better Place
Kommentar in den Tagesthemen
Mund aufmachen von Joko und Klaas

01.11.2015

Warum die AppleWatch letztlich doch gut finde

Lange habe ich mich gewehrt. Eine AppleWatch? Viel zu teuer. Abzocke. Und dann noch nichtmal genug Strom, um den ganzen Tag die Uhrzeit anzuzeigen. Und am Nachmittag werde ich dann gar nix mehr machen können, weil der Akku leer ist.

Passend zu diesen Gedanken kam gerade die neue Pebble Time Steel heraus. e-Ink-Display, 7 Tage Akku-Laufzeit. Kann alle Messages anzeigen, die ich auf meinem iPhone auch als Push-Messages aktiviert habe. Und schließlich dient sie ohnehin nur als Second-Screen. Und sie ist mit 265 Euro deutlich günstiger als die AppleWatch.

In der vergangenen Woche habe ich meine Pebble verkauft und bin nun ziemlich genau seit einer Woche mit einer Apple Watch unterwegs. Mehr als Messages anzeigen kann die Pebble halt wirklich nicht. Leider. Das Design fand ich okay. Sie war recht unauffällig, aber nicht elegant. Aber irgendwie flashte sie mich nicht.


Nach einer Woche mit der AppleWatch möchte ich ein kurzes Resümee ziehen. In dieser Woche war ich auf Geschäftsreise, habe mich mit ihr durch fremde Städte lotsen lassen, habe sie dreimal kurz zum telefonieren genutzt und mich an Termine erinnern lassen. Um iMessages zu beantworten habe ich Siri auf die Probe gestellt. Beim Kochen habe ich den Kurzzeit-Timer über Siri genutzt und mich unterwegs mit der Uhr wecken lassen. Am Wochenende habe ich die Workout-App bei einer längeren Radtour genutzt. Mit der Swarm-App habe ich mich hier und da mal in Locations eingebucht. Ich würde also alles in allem von einer recht intensiven Nutzung sprechen.

Das Wichtigste zuerst: Auch an Tagen intensiver Nutzung zeigte mein Akku als ich ins Bett ging immer noch mindestens 35% Leistung an. Zum Lesen längerer Texte oder eMails nutze ich allerdings auch das iPhone. Dafür ist mir die Uhr zu klein. Meine größte Sorge war somit schonmal aus dem Weg geräumt.

Etwas albern fand ich in der Werbung die Aussage, man solle die Uhr doch als Fußgänger zum Navigieren nutzen. Tja nun. Ich habe es probiert als ich in Basel unterwegs war und mich am Ende des Tages wieder zu meinem Auto navigieren zu lassen. Über das iPhone

habe ich mir in der Karten-App eine Wegmarke gesetzt. Auf dem Rückweg habe ich auf dem iPhone die Navigation gestartet und das Smartphone in die Tasche gesteckt. Auf der Watch wurde nun automatisch die Navigation fortgesetzt. An Abbiegungen vibrierte die Uhr und ein kurzer Blick zeigte mir, wohin ich musste. Sehr schön. Es hat perfekt funktioniert.

Zwischendurch vibrierte mein iPhone und ich bekam den ein oder anderen Anruf. Auf der Watch konnte ich sofort sehen wer anruft und habe einige Male das Smartphone genutzt. Dreimal habe ich das Gespräch aber auch direkt über die Uhr geführt. Ich dachte zunächst, das wirkt für Außenstehende etwas merkwürdig. Aber seit es Selfie-Sticks gibt, ist die Toleranz-Schwelle möglicherweise auch gestiegen. Zudem ist der Lautsprecher der Uhr auch nicht unangenehm laut. Für lange Gespräche in lauter Umgebung nutzt man wohl eher direkt das Smartphone. Die Gesprächsqualität ist jedenfalls gut. Ich habe es zu Hause nochmals ausführlich getestet.

Meine Termine wurden mir immer rechtzeitig auf die Uhr gespielt. Inklusive einer Zeitberechnung für den Weg. Angezeigt wurde dann sinngemäß: "Dein Termin findet um 10 Uhr statt. Die Verkehrslage ich normal. Du solltest spätestens um 9.40 Uhr losfahren, um pünktlich zu kommen." Donnerwetter. :) Vermutlich wird auch noch angezeigt, dass man den Regenschirm nicht vergessen soll, wenn es regnet. ;)

Sobald man die Uhr anhebt und in Blickrichtung kippt, schaltet sich das Display an. Ich hatte die Befürchtung, dass ich merkwürdige Verrenkungen machen muss, um das Display zu aktivieren. Das ist aber nicht so. Auch durch Tippen auf die Uhr kann man die AppleWatch aktivieren. Dann bleibt sie - je nach Einstellung - bis zu 70 Sekunden aktiviert. Sobald das Display an ist, kann man Siri mit "Hey Siri" aktivieren. Beim Kochen war das ganz praktisch: "Hey Siri - Timer 25 Minuten" und schon lief der Kurzzeittimer.

Die Timer-Funktion 

Diese Funktion habe ich schon beim iPhone regelmäßig genutzt. Nun ist es noch etwas einfacher geworden.

Wenn man die Uhr beim Laden auf die Seite legt, wird automatisch eine Wecker-Funktion aktiviert. Die Uhr leuchtet dann wie ein Radiowecker und wird durch leichtes Antippen aktiviert. Sehr sehr stylisch aus. Wird der Wecker auf dem iPhone gestellt, wird die Weckzeit automatisch auf die Uhr gespiegelt. Man kann aber auch beides unabhängig voneinander betreiben.

Der Wecker

Apple hat der Watch eine eigene Workout-App spendiert. Alle erfassten Daten werden nach dem Workout an die AppleHealth App übertragen. Während des Workouts wird immer wieder automatisch der Puls gemessen. Zum Abschluss sieht man dann eine schöne Zusammenfassung der sportlichen Aktivitäten.

Die Pulsmessung erfolgt im Hintergrund

Zusammenfassung nach dem Workout



Zusammenfassung in der Health-App
Zusammenfassung in der Health-App


In der Watch-App werden die sowohl die einzelnen Tages-Bewegungs-Ziele als auch das einzelne Workout dargestellt:




Bisher bin ich schwer begeistert. Vermutlich auch, weil meine Erwartungen eher überschaubar waren. ;) 





19.08.2015

Hurra. Eine WLAN SD Karte. Und was ist ShutterSnitch?

Eigentlich war die eingebaute WLAN-Funktion ein netter Nebeneffekte beim Kauf der CANON EOS 70D. Zum Zeitpunkt des Kaufs war ich zwar noch nicht zu 100% sicher ob ich im Alltag wirklich einen Nutzen für diese Funktion finde. Aber nun war sie ja erstmal da. :)
Über die App Camera Connect, die ich auf meinem Iphone und meinem Ipad installiert habe, konnte ich dann wirklich eine Verbindung zur 70D aufbauen und zwischen folgenden Funktionen wählen:

Bilder auf Kamera
Hier greife ich direkt auf die Speicherkarte in der Kamera zu und kann die Bilder auf mein Endgerät herunterladen.

Fernaufnahmen
Mit dieser Funktion kann ich die Kamera bedienen, den Fokus festlegen, Belichtungszeit und Blende regulieren. Und natürlich auch: Auslösen

Soweit so gut. Unpraktisch finde ich das Aktivieren der WLAN-Funktion in der Kamera. Der Dialog ist nicht sonderlich benutzerfreundlich. Zudem ging meine Kamera immer recht schnell in den Energiesparmodus und die Verbindung brach ab.

Eigentlich wünschte ich mir diese Funktion ja vor allem, um unterwegs nach dem Shooting mal schnell auf dem Ipad die Qualität der Bilder beurteilen zu können, oder um im Bedarfsfall mal eben schnell mit dem Iphone ein Bild von der Spiegelreflex aufs Handy zu schicken um es per iMessage oder Mail weiterschicken zu können.

Nach einigen Suchen im Internet stelle ich fest, dass ich wohl nicht der einzige User mit diesen Problemen bin. Einige Kombination auf die ich bei meiner Suche auch immer wieder stieß, waren WLAN-fähige SD-Karten und die App ShutterSnitch.
Da ich ohnehin noch ein weitere SD Karte für den Urlaub brauchte, bestellte ich mir eine 32 GB Transcend Wi-Fi Karte. 

Transcend TS32GWSDHC10 Class 10 WI-FI SDHC Speicherkarte von Transcend
Transcend TS32GWSDHC10 Class 10 WI-FI SDHC Speicherkarte 
von Transcend 
Kurzlink: http://www.amazon.de/dp/B00A659ILQ






Im Direct Share Modus der kostenlosen Transcend-App, werden die Fotos und Videos mit einer Peer-to-Peer Verbindung direkt auf das Ipad oder Iphone übertragen. Mit der Shoot&View Funktion lassen sich die Ergebnisse direkt nach dem Auslösen auf dem Ipad oder Iphone darstellen.

Der Akku-Verbrauch der Kamera wird laut Hersteller mit rund 7% zusätzlich belastet.
Da lohnt der ein oder andere Zusatzakku. Habe ich aber ohnehin, daher mache ich mir hier wenig Sorgen.

Einmal verbunden, funktioniert die Transcent-Karte super. Ich schiesse ein Foto, und einige Sekunden später erscheint es auf meinem IPhone und IPad. Wenn ich die App erst später starte, werden ab dem stehenden Verbindungsaufbau aufgebaut alle Bilder automatisch aufs Ipad oder Iphone übertragen.

Warum also nun noch die App ShutterSnitch?

Über ShutterSnitch habe ich die Möglichkeit, die Fotos direkt nach Ankunft auf dem iPhone oder iPad an vordefinierte Dienste weiterzureichen. Zur Auswahl stehen neben Flickr, Facebook, Drobox auch WebDAV oder FTP.
Außerdem habe ich die Möglichkeit "Warnungen" zu definieren. So kann ich über die Auswertung der EXIF-Daten festlegen, dass Alarm geschlagen wird, wenn ISO, Verschlusszeit, Blende in einem so schlechten Verhältnis stehen und bereits klar wird, dass nicht mit guten Bildern zu rechnen ist.

Zusätzlich kann ich in ShutterSnitch festlegen, dass die RAW´s auf der Karte bleiben und nur die kleineren JPG´s auf meine Endgeräte übertragen werden.
Ausserdem kann ich festlegen, dass die Fotos mit einem Wasserzeichen versehen werden, bevor sie an die Dienste weitergeschickt werden. 

ShutterSnitch funktioniert übrigens auch mit GoPros. :)

Die App ist zudem ein wenig schneller als die Original-App. Würde Sie Euch hiermit also mit gutem Gewissen empfehlen!

Ups. Meine Dropbox-Daten liegen alle bei Amazon?

Würde man sich die AGB´s der Dropbox durchlesen, käme man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hättest Du gedacht, dass Deine Daten eigentlich bei Amazon landen und die Inhalte der Dropbox von Vertriebspartnern eingesehen werden können?

Ich habe mich zumindest ansatzweise mit den AGB beschäftigt, und danach mein Verhalten bei der Nutzung der Dropbox ein wenig geändert.

Zunächst einmal zur Frage: Warum nutze ich die Dropbox? 

Auf der einen Seite zum Sichern von Fotos und Dokumenten. Zusätzlich, um Fotos oder Dokumente mit Freunden zu teilen.
Bisher war die Dropbox bei mir etwas konfus organisiert. Irgendwelche Fotoordner, ein Ordner mit der automatischen Sicherung meiner Handyfotos und ein paar lose Dokumente, die im Hauptverzeichnis liegen.
Natürlich alles unverschlüsselt. So wichtige Daten habe ich nun auch wieder nicht. Dachte ich. :-)

Eigentlich sehe ich die Dropbox lediglich als billige Alternative zu einem eignen NAS-Server. (Eine Lösung, die mir momentan zu teuer ist)
Der Nachteil bei Dropbox ist aber eben die fehlende Möglichkeit, Daten wirklich sicher zu hinterlegen. Was ist mit meinen Daten wenn Dropbox mal geleakt wird. Hätte ich wirklich keine Probleme damit, wenn alle Daten der Dropbox plötzlich offen im Netz lägen? Nunja....Bei dem Gedanken wird es dann schon heikel. ;)

Zurück zu den AGB´s der Dropbox. 
Dort steht zum Beispiel, dass Dropbox keine eigenen Server betreibt. Eure Daten liegen in den Rechenzentren von Amazon, die überall auf der Welt verteilt stehen. Auch in Deutschland betreibt Amazon ein Rechenzentrum. Als Dropbox Kunde kann ich allederdings nicht beeinflussen, in welchem Land meine Daten liegen.

In den AGB heisst es wörtlich:
"Wenn Sie unsere Dienste verwenden, stellen Sie uns Daten wie Ihre Dateien, Inhalte, E-Mail-Nachrichten, Kontakte usw. bereit ("Ihre Daten"). Ihre Daten gehören Ihnen. Diese AGB verleihen uns keine Rechte an Ihren Daten, mit Ausnahme der beschränkten Rechte, die uns die Möglichkeit geben, Diensten anzubieten."

Es heisst dort aber auch: (jetzt wird´s spannend)
"Diese und andere Funktionen erfordern Zugriff und das Scannen Ihrer Daten durch unsere Systeme. Sie erteilen uns die Genehmigung, diese Aufgaben auszuführen, und diese Genehmigung erstreckt sich auch auf Drittanbieter, mit denen wir zusammenarbeiten."

Die Daten werden von Dropbox per AES Verschlüsselung (256 Bit) verschlüsselt. Aber: Alle Mitarbeiter des Unternehmens und alle Kooperationspartner haben laut AGB vollen Zugriff auf die Daten. Die beworbene Verschlüsselung ist somit faktisch vollständig ausgehebelt. In diesem Zusammenhang steht seit 2013 dank der Unterlagen von Edward Snowden fest, dass die NSA ein offizieller Kooperationsparner von Dropbox ist. Noch Fragen? :)

Nun gibt es natürlich Alternativen zur Dropbox. Vom Prinzip her finde ich den Dienst aber praktisch und komfortabel. Also habe ich nach Lösungen gesucht und bin auf verschiedene Verschlüsselungsdienste gestoßen.

Meine Idee war, die Daten bereits verschlüsselt zu Dropbox hochzuladen. Also ebenfalls eine AES Verschlüsselung einzusetzen, den Schlüssel zum Entschlüsseln der Daten aber ausschließlich kennwortgeschützt auf meinem Mac abzuspeichern.

Nach einigem Suchen bin ich auf Cloudfogger gestoßen.
Cloudfogger verschlüsselt die Daten lokal auf meinem Rechner. Erst danach werden sie in die Cloud hochgeladen. Damit haben weder Dropbox noch externe Partner Zugriff auf die Daten.
Lokal sind die verschlüsselten Daten dann ganz normal zu öffnen und in der Cloud landen nur die verschlüsselten Inhalte. Ich kann aber auch ein Verzeichnis auf meinem Rechner verschlüsseln und es dann einfach auf einen USB-Stick ziehen.

Theoretisch besteht die Möglichkeit, über die Cloudflogger-App Daten auch über eine iPhone App oder über Android nutzen und einsehen. Hierzu muss man bewusst sein Cloudflogger Konto so konfigurieren, dass dieser öffentliche Zugriff möglich ist. Ich halte das aus Sicherheitsaspekten für wenig sinnvoll. Ich wähle  ja bewusst  den Weg, die Daten nur an meinem Arbeitsplatz entschlüsseln  zu können.

Möchte man wirklich einmal ein privates Foto teilen funktioniert dies übrigens sehr sicher über Threema oder iMessage. Das ist wiederum bekanntermaßen unkompliziert.

Inzwischen habe ich ein Großteil meiner Fotodaten verschlüsselt in der Dropbox liegen. Die Ordner sind nach Jahren, Monaten und Ereignissen sortiert. Meinen Dropbox Zugang habe ich ein wenig aufgebohrt. Ich nutze die DropboxPro mit 1 TB Speicherplatz. (9,99 € / Monat)
Die Kombination von Dropbox und Cloudfogger kann ich bedenkenlos empfehlen.

Meine Erfahrungen mit VPN im Alltag

Wenn man danach googelt, wie man das Iphone sicherer macht, stößt man immer wieder auf den Tipp, das Smartphone nur über eine VPN-Verbindung ins Netz zu lassen. In den vergangenen Wochen habe ich verschiedene VPN-Dienste getestet um herauszufinden, wie alltagstauglich die Dienste für mich persönlich sind.

Zunächst zur Frage: Warum brauche ich VPN?

VPN sorgt dafür, dass Dein gesamter Internetdatenverkehr verschlüsselt wird. Somit ist dies ein wichtiger Schritt, um Deine Privatsphäre zu schützen und nicht mehr Bewegungsspuren im Netz zu hinterlassen, also ohnehin schon dort zu finden sind.

In WLAN´s (vor allen Dingen auch bei der Nutzung von öffentlichen Hotspots) findet der Datenaustausch zwischen Deinem Handy und dem Hotspot bei einer VPN-Verbindung komplett anonym statt. Du kannst somit nicht so leicht zurückverfolgt werden.

Surf-Beschränkungen werden aufgehoben. Ein Youtube-Video, das in Deinem Land nicht verfügbar ist, kannst Du plötzlich aufrufen. Denn der VPN-Server gaukelt Youtube vor, dass Du Dich in einem anderen Land aufhältst. Wenn Du unterwegs über ein Hotel-WLAN auf gesperrte Seiten zugreifen möchtest, kann Du so diese Sperre mit VPN umgehen. In einigen Ländern sind zudem immer wieder Webseiten wie Twitter oder Facebook gesperrt.
Über VPN kannst Du auch diese Sperren in der Regel umgehen.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist das Ad-Tracker-Blocking. Das Blocking System fängt im Hintergrund Tracking-Cookies ab, und entfernt Deine personenbezogenen Daten. Dies funktioniert nicht nur beim Surfen über den Browser, sondern gilt auch für die installierten Apps. Tracker sollen Deine Bewegungen im Internet nachvollziehbar machen. Sie verraten beispielsweise einer Internetseite, auf welcher Seite Du vorher warst.

Der vollständige Internettraffic läuft somit verschlüsselt über den VPN-Dienstleister. Deine IP-Adresse wird verschleiert. Du erhältst ein großes Stück Freiheit zurück.

In der Vergangenheit musste VPN in der Regel kompliziert (manuell) konfiguriert werden. Für mich fehlte die Alltagstauglichkeit. Ich habe keine Lust, mich permanent mit der Konfiguration meines Handys zu beschäftigen. Ich möchte einmal etwas installieren. Danach sollte einfach alles unkompliziert im Hintergrund laufen.

Drei Anbieter habe ich getestet. Letztlich bin ich bei einem gelandet, der für mich perfekt passt, und der vielleicht auch für Euch interessant ist.
Letztlich bin ich bei SurfEasyVPN hängengeblieben. SurfEasy war bis vor einiger Zeit ein StartUp und wurde dann vom Browser-Hersteller Opera gekauft. Was zunächst schon mal für eine gewisse Seriosität spricht. Neben dem kostenfreien Zugang (der auf 500 MB beschränkt ist) gibt es einen bezahlbaren Zugang von 4,95 Euro pro Monat. Hier ist das Datenvolumen unlimitiert. Es gibt Apps für Iphone und Android. Und nicht nur das: Es gibt sogar Apps für den Mac und für Windows. 5 Geräte kann man konfigurieren. Bei mir läuft nun das Iphone, IPad und mein Mac über die App.

Sehr krass finde ich, was vom Ad-Tracker geblockt wird. Pro Tag sind das zwischen 40 und 130 Tracks auf meinem iPhone, die unterbunden werden. In der App kann man entweder "optimiert" surfen (dann ändert sich die IP-Adresse hin und wieder im Hintergrund automatisch), oder man stellt ein festes Land ein, über das man ins Internet gehen möchte. Dass dies wirklich funktioniert, kannst Du feststellen, indem Du nach der Installation unter www.wieistmeineip.de nachschaust.
Im Alltag merkt man nach der Installation der App nichts Besonderes. Alles läuft ganz normal. Lediglich das kleine VPN-Symbol im Handy zeigt an, dass Ihr sicher unterwegs seid.
Probiert es aus. ;-)